Lebenscoach auf vier Beinen

Im Laufe ihres Lebens lernen unsere Vierbeiner so einiges von uns. Wir bringen Ihnen das Sitz und Platz bei. Lehren Sie zu uns zurück zukommen und versuchen Ihnen generell die ganze Welt zu erklären. Doch, bei wem können WIR uns eigentlich noch etwas abschauen? Den besten Lebenscoach habt Ihr schon längst und bei dem kann sogar ordentlich abgekupfert werden. Was Ihr von eurem Hund noch alles lernen könnt, seht Ihr hier.

Es gibt sie wie Sand am Meer. Die Bücher, Apps, Fernsehbeiträge, Artikel und Lifecoaching-Angebote. Dort finden Sich Tipps und Tricks, wie wir unserem Leben eine neue Richtung geben, was wir ändern oder besser machen können. Manchmal vergessen wir jedoch, dass die beste Lösung manchmal die Nahliegenste ist. In unserem Fall ist es jemand der bereits ein fester Bestandteil unseres Lebens ist – unser Vierbeiner.

Er ist Seelentröster, Partner, Clown, Muntermacher, Krankenpfleger/in und noch vieles mehr. In der letzten Zeit habe ich mir genauer Gedanken über die Lebenseinstellung unserer Vierbeiner gemacht und was soll ich sagen? Wir können jede Menge lernen.

 

Wer du bist? Nein, wie du bist

Jeder kennt sie, jeder hat sie. Die Vorurteile. Im Prinzip begleiten sie uns tagtäglich und das oftmals unbemerkt. Was mich angeht, habe ich explizit versucht derartige Denkweisen komplett abzulegen. Trotzdem, weil wir eben alle nur Menschen sind, passiert auch mir genau das immer mal wieder.

Es ist Mittagszeit. So langsam schleicht sich das Hungergefühl ein! Also, ab in die Küche. „Mist mir fehlt noch das Ölivenöl.“ Ruckzuck geht es zum Auto und ich befinde mich auf dem Weg zum Supermarkt. Das Öl ist schnell gefunden und deswegen (und wegen dem großen Hunger) geht es noch schneller zur Kasse. Vor mir steht ein älteres Pärchen mit einem riesigen Einkauf. Da stehe ich nun – mit dieser EINEN Flasche Öl. Natürlich habe ich die Hoffnung, dass mich die Herrschaften netterweise vorlassen. Fehlanzeige! Beim Verlassen des Ladens denke ich noch kurz darüber nach. Die hätten mich auch vorlassen können… als ob die es so eilig hatten…das sind doch schließlich Rentner, schießt es mir durch den Kopf. Tja und genau da ist es wieder. Das Vorurteil! Natürlich können sie es auch eilig gehabt haben, korrigierte ich mich selbst.

Gedankengänge dieser Art sind unseren Hunden völlig fremd (und das ist auch gut so). Dinge wie Geld, Aussehen, Alter und so viel anderes spielen für sie überhaupt keine Rolle. Es zählt nicht wer du bist, sondern wie du bist!

Ich schaffe das

Vertrauen – ein großes Wort mit viel Bedeutung. Vertrauen in einen selbst, in den Partner und in den eingeschlagenen Lebensweg. Unbemerkt ist es irgendwie unser stetiger Begleiter. Wirklich erschreckend ist allerdings wie leichtfertig wir dieses Vertrauen oder eben auch den Glauben, vor allem in uns selbst, verlieren können.

Was weiß mein Hund hier besser als ich? Ganz einfach! Leni beispielweise, verlässt sich jeden Tag auf mich und das bei den alltäglichsten (für uns Menschen selbstverständlichsten) Situationen. An einer Straße bleiben wir stehen und warten bis alle Autos an uns vorbei gefahren sind. Wir gehen zum Tierarzt, ich entscheide, was in ihrem Napf landet und wo wir spazieren gehen. Unser Hund vertraut darauf, dass unsere Entscheidungen auch genau die Richtigen für ihn selbst sind. Das ist der Punkt! Dieses unermessliche Vertrauen sollten wir auch in uns selbst haben.

Das schaffe ich nicht? Das war nicht richtig? Kann ich das überhaupt? Bevor Ihr das nächste Mal aufgeben oder an euch zweifeln wollt – schaut euch euren Vierbeiner noch einmal ganz genau an.

Schenkt euch selbst etwas Vertrauen! Denn euer Hund tut genau das jeden Tag aufs Neue.

 

Spaß an der Freude

Das ist es nun – das Leben. Mit all seiner Verantwortung, den vielen Aufgaben und Erwartungen, die wir zu erfüllen haben. Das Ergebnis? Eine vollgepackte Woche mit einer unendlich langen Liste an To-Do’s. Was wir vergessen? Die Freude. Das bleibt im Prozess des Erwachsenwerdens leider immer mehr auf der Strecke.

Für unsere Vierbeiner ist jeder Tag auch ein neues Abenteuer. Immer wieder stellt er sich neuen Eindrücken und Aufgaben. Doch dabei vergisst er nie diese eine Sache: den Spaß und die Freude am Leben!

Ein bisschen Spaß muss sein
Ein bisschen Spaß muss sein

Schnee von gestern

Der anvisierte Parkplatz wird euch vor der Nase weggeschnappt, ihr habt eine Prüfung/Klausur nicht bestanden oder euer Chef kritisiert euch mal wieder. Auf dem Weg nach Hause läuft im Radio einfach nicht das Richtige und das auch noch während Ihr im Stau steht . Zum krönenden Abschluss gibt es vielleicht noch einen kleinen Streit mit dem Partner oben drauf. Das war nicht euer Tag, richtig?

Nun folgt eure Entscheidung. Entweder Ihr lasst diesen Tag hinter euch, als wäre es der Schnee von gestern und macht das Beste daraus oder Ihr nehmt diese schlechte Laune mit nach Hause, die euch definitiv den Rest des Abends verderben wird.

Viel zu oft entscheiden wir uns, manchmal auch ganz unbemerkt, für die zweite Variante. Doch warum? Schließlich läuft bei eurem Vierbeiner auch nicht immer alles glatt.

„Heute gab es schon wieder zu wenig Leckerchen, der Spaziergang war auch viel zu kurz, dann lief mir mein Erzfeind noch über den Weg und zum Abschluss des Tages durfte ich noch nicht einmal mit ins Bett. Pff, dann meckere ich eben Frauchen an und lege mich danach in dieses merkwürdige Ding auf dem Boden.

Noch nie gehört? Ich auch nicht! Solche Gedanken sind unseren Hunden nämlich völlig fremd.

Sicherlich verläuft das Leben nicht immer wie wir es uns gewünscht haben. Nicht jedes Kapitel ist wie aus einem Bilderbuch – und das ist auch gut so! Denn das sind am Ende die spannendsten Seiten des Buches. Aus diesen werden wir später die größten Lehren ziehen und manchmal ereignet sich daraus wiederum ein unfassbares Glück.

Eure eigene Denkweise beeinflusst, was mit dem Rest des Tages passiert. Ob dieser schlecht bleibt oder doch noch gut wird, liegt letztendlich ganz bei euch allein.

It’s the little things

Bemerkenswert wie sich unsere Vierbeiner über Kleinigkeiten freuen können und seien sie noch so winzig. Manchmal ist es ein Stock auf einem Spaziergang, ein Leckerchen was uns plötzlich aus der Tasche fällt, eine große Pfütze durch die getobt werden kann oder eben einfach die gemeinsamen Minuten mit uns!

Bei all den großen Entscheidungen, Aufgaben und Plänen, die wir Menschen nun einmal haben, geraten diese kleinen Momente völlig in Vergessenheit. Dabei können die kleinsten Dinge schon den größten Unterschied machen. Think about it.

It's the little things that make life big
It’s the little things that make life big

Wir sind der Coach und der Lehrer unseres Hundes. Ja, da habt Ihr nicht unrecht. Ausgelernt hat allerdings niemand – weder wir, noch unsere Vierbeiner. Im Umkehrschluss können wir ebenso viel von Ihnen lernen wie sie von uns. Das ist, wie Ihr seht, jede Menge! Eine negative Einstellung, egal ob sie sich auf uns selbst oder eben andere bezieht, wird uns niemals ein positives Leben bescheren. Glücklich und dankbar zu sein, ist oftmals mehr eine Entscheidung, als ein willkürlich auftretendes Phänomen. Bekanntlich hat jede Medaille eben zwei Seiten. Letztendlich kommt es nur auf eure Betrachtungsweise der Dinge an!

„Wenn du darauf schaust, was Du im Leben hast, wirst du immer mehr/genug haben. Wenn du darauf schaust, was Du im Leben nicht hast, wirst du niemals genug haben.“ (freie Übersetzung – „If you look at what you have in life, you’ll always have more. If you look at what you don’t have in life, you’ll never have enough.“ Oprah Winfrey / Gefunden auf: www.quotes.net)

 

Ann-Christin