#LeniShowsHerTricks – Der Trick „Halten“

Das Tricksen ist wohl eines der bekanntesten und beliebtesten „Hobbies“ für Vier- und Zweibeiner. Was für uns das Wichtigste ist und wie wir den Trick „Halten“ geübt haben, lest Ihr hier.

An Aktivitäten, die wir gemeinsam mit unseren Vierbeinern erleben können, sind der Phantasie mittlerweile fast keine Grenzen mehr gesetzt. Neben der Dummyarbeit, Treibball oder alltäglichen Beschäftigungen, wie Joggen (und vielem mehr ) ist alles möglich. Das Tricksen gehört hier wohl zu den bekanntesten und beliebtesten Hobbies.

 

Kein Muss

Sicherlich fragt Ihr euch, warum ich in diesem Zusammenhang immer wieder das Wort „Hobby“ nutze. Mittlerweile hat sich in unserer Gesellschaft eine Art „Über-Beschäftigung“ des Hundes etabliert. Auslastung ist hier das Stichwort. Natürlich sollte ein Hund beschäftigt werden und nicht nur Tag für Tag zu Hause sitzen. Doch neben den Aktivitäten sind Ruhephasen und das Einhalten dieser mindestens genauso wichtig für unsere Vierbeiner! Ich persönlich wähle daher immer den mittleren Weg. Keines unserer Hobbys, sei es die Dummyarbeit oder das Tricksen, werden tagtäglich ausgeübt. Außerdem ist die wichtigste Prämisse, dass Leni dabei Spaß hat. Schließlich ist und bleibt es eben nur ein Hobby. Immer wieder sehe ich im Alltag, wie Hunde hinter Fahrrädern mitgezogen werden, obwohl offensichtlich keinerlei Freude dabei empfunden wird. Das gilt ebenfalls für die Dummyarbeit und viele andere Tätigkeiten, die unseren Vierbeinern aufgezwungen werden. Dabei ist die Auswahl mittlerweile so groß, dass Ihr sicherlich etwas findet, was beide Parteien glücklich macht! Genau deswegen nutze ich den Begriff Hobby. Schließlich sollte eine Aktivität, die in diese Kategorie fällt, kein Muss sein. Es ist vielmehr etwas, dass wir in unseren gemeinsamen Alltag integrieren können und allen Spaß bereiten sollte.

 

Wir entdecken das Tricksen

Den allersten Trick haben wir im zarten Alter von drei Monaten geübt. Allerdings ist das irgendwie ganz von selbst passiert. Schon früh hat Leni unglaublich viel mit ihren Pfoten gemacht. Im weiteren Verlauf entstand dadurch dann die Idee den Trick „High Five“ auszuprobieren. Siehe da, Mini-Leni hatte sichtlich Spaß dabei. Das war der Startschuss für viele weitere Tricks, die wir gemeinsam bis jetzt erlernt haben.

Besonders während der Läufigkeit bietet sich das Tricksen für uns an. In dieser Zeit finden Spazierrunden nur an der Leine statt und die Spielmöglichkeiten mit anderen Artgenossen fallen dadurch natürlich auch kleiner aus als gewöhnlich. Die Kopfarbeit ist dann eine tolle Abwechslung, die wir nach Lust und Laune in unseren Alltag integrieren.

 

Der Trick „Halten“

Im Juli, während der letzten Läufigkeit, haben wir uns an den nächsten Trick gewagt. Dieses Mal war das Trainingsziel das Halten von Gegenständen. Leni hat alle bisherigen Tricks immer sehr schnell verstanden und umgesetzt. Doch hier gestaltete sich es sich auf einmal schwieriger und das obwohl sie es liebt ihren Dummy, Bälle oder Stöcke auf Spaziergängen zu tragen. Im Nachhinein lag der Fehler in der Umsetzung.

Zu Beginn habe ich im Internet recherchiert, wie dieser Trick aufgebaut werden kann. Hier wurde oftmals vorgeschlagen erst einmal einen dünnen und leichten Gegenstand zu verwenden, wie einen Schnürsenkel oder ein Band. Allerdings hat Leni hierbei keinerlei Motivation gezeigt. Also haben wir diesen Trick kurzerhand erst einmal auf Eis gelegt. Wie gesagt, der Spaß an der Sache ist für uns das Wichtigste!

Die Frage, warum wir an diesem Trick gescheitert sind, hat mich natürlich weiterhin beschäftigt. Schließlich bin ich ein paar Tage später selbst auf die Ursache des Problems gestoßen. Doch dazu lest Ihr gleich mehr.

 

 

Ein kleiner Schritt für uns – ein großer für den Hund

Vorab: Grundsätzlich üben wir fast jeden unserer Tricks in kleinen Schritten ein. Bei Fortschritten gehen wir schließlich zum Nächsten über.

Für diesen Trick benötigt Ihr, wie immer, Leckerchen zur Belohnung und Bestätigung eures Vierbeiners. Ihr nutzt einen Clicker? Kein Problem, auch diesen könnt Ihr natürlich weiterhin einsetzen. Neben den Leckereien benötigt Ihr einen Gegenstand den euer Hund gerne in den Mund nimmt. In unserem Fall ist das dieses Spielseil. Zu Beginn lag in unserem Training nämlich genau hier der Fehler! Den weder das Band noch der Schnürsenkel motivierten Leni es von sich aus zu berühren oder im Maul zu halten.

Good to know: Vielen Vierbeiner fällt es leichter, wenn die Form (wie hier bei diesem Seil) gut im Maul liegt. Im späteren Verlauf kann das Training dann natürlich auf weitere Gegenstände ausgeweitet werden.

Im ersten Teil haltet Ihr den Gegenstand eurer Wahl vor den Mund eures Vierbeiners. Besonders am Anfang ist es wichtig jegliche Interaktion zu belohnen. Sprich, berührt er diesen (sei es noch so kurz) oder nimmt ihn in den Mund erfolgt eine Belohnung/Bestätigung von euch.

Good to know: Dieses Training kann über mehrere Tage, Wochen oder Monate erfolgen. Die Zeit richtet sich danach, wie schnell euer Vierbeiner diesen Teil verstanden hat. Klappt es einwandfrei könnt Ihr schließlich zum Nächsten übergehen.

Im zweiten Teil wird euer Vierbeiner ermutigt den Gegenstand direkt in den Mund zu nehmen. Belohnung nicht vergessen! Funktioniert dieser Teil könnt Ihr wieder zum nächsten Schritt übergehen.

Good to know: Besonders zu Beginn könnt Ihr eurem Hund eine Hilfestellung geben indem der Gegenstand von euch mit festgehalten wird.

Im dritten Teil könnt Ihr in kleinen Schritten den Gegenstand nun langsam loslassen. Behält der Hund es trotzdem weiterhin im Mund (egal wie kurz) erfolgt eine ausgiebige Belohnung von euch! Die Länge des Haltens und den Abstand zu eurem Hund könnt Ihr später noch nach und nach erweitern.

Good to know: Bevor Ihr das Auflösungswort nennt, gebt eurem Hund erneut eine Hilfestellung indem Ihr den Gegenstand wieder kurz vorher festhaltet. Dadurch kommt euer Vierbeiner gar nicht erst in Versuchung diesen einfach abzulegen.

 

Auf einen Blick

  1. Spaß: Das Wichtigste beim Tricksen ist, dass euer Hund dabei Spaß hat. Das erleichtert nicht nur die Übungsphasen, sondern sorgt auch für gute Laune bei Zwei- und Vierbeiner.
  2. Qualität vor Quantität: Bitte überfordert eure Hunde nicht! Pausen sind wichtig und jede Einheit sollte nicht länger als fünf Minuten andauern. Letztlich bringt es niemandem etwas einen Trick stundenlang einzuüben. Viel besser sind mehrere kleine Übungseinheiten, die Ihr dann auf einige Tage/Wochen verteilt.
  3. Kleine Schritte: Steckt eure Ziele zu Beginn nicht zu hoch! Denkt immer daran, dass euer Hund erst einmal verstehen muss, was Ihr ihm versucht zu erklären. Kleinere Trainingsschritte fördern die Motivation (auf beiden Seiten) und das Verständnis.
  4. Von Z zu A: Manchmal wird euer Vierbeiner einen Trainingsschritt perfekt beherrschen und Ihr geht zum Nächsten über. Doch dieser klappt plötzlich überhaupt nicht. Das ist ganz normal und kann immer wieder vorkommen! In diesem Fall geht einfach noch einmal zu dem vorherigen Schritt zurück.
  5. Geduld ist eine Tugend: Habt Geduld und Verständnis! Klappt etwas einmal nicht solltet Ihr auf jeden Fall die Ruhe bewahren. Frustration oder Ärger hat hier keinen Platz! Beendet diese Übung lieber mit einem positiven Erlebnis und setzt es an einem anderen Tag fort.
  6. Belohnung: Ihr solltet euren Hund immer belohnen! Schließlich bringt das nicht nur einen Lerneffekt mit sich, sondern auch Spaß und Motivation an der Sache selbst.
  7. Wir sind alle Individuen: Jeder Vierbeiner lernt, genau wie wir, unterschiedlich schnell. Das heißt, seid nicht frustriert, wenn andere einen Trick innerhalb von ein paar Tagen lernen und Ihr länger dafür braucht. Das ist überhaupt kein Problem! Nehmt euch die Zeit, die euer Hund braucht. Außerdem gibt es verschiedene Methoden um einen Trick zu erlernen. Beispielsweise hat es mit dem Band bei uns überhaupt nicht funktioniert. Findet einfach den Weg, der es euerem Vierbeiner leicht macht euch zu folgen.
  8. Talent für Tricks: Sicherlich ist es möglich, dass euer Vierbeiner ein Talent im Erlernen von Tricks hat. Trotzdem solltet Ihr das nicht Pauschalisieren. Es kann durchaus vorkommen, dass euer Hund bei einem anderen Trick Schwierigkeiten haben wird. Doch auch das ist überhaupt kein Problem! Bleibt weiterhin geduldig und nehmt euch die Zeit, die euer Vierbeiner benötigt.
  9. Home sweet home: Anfangs ist es für viele Vierbeiner einfacher einen Trick in bekannter Umgebung (ohne Ablenkung) zu erlernen. Im späteren Verlauf könnt Ihr das Gelernte natürlich auch in verschiedenen Orten anwenden und üben.

 

Wird das Tricksen richtig ausgeführt, ist es eine tolle Aktivität, die wir gemeinsam mit unseren Vierbeinern ausüben können. Außerdem werden die Bindung und das Vertrauen zwischen euch weiter gestärkt.

Doch die gemeinsame Zeit und der Spaß sollten für euch immer die größte Motivation dahinter sein. Den das macht ein Hobby schließlich aus, nicht wahr?

 

Ann-Christin

 

 

 

2 Comment

  1. Halten wollen wir unbedingt auch mal trainieren. Die meisten Hunde sollen sich damit ja eher schwer tun. Kann es sein, dass du bei deiner Anleitung einen Teil vergessen hast? Dann nach Teil 1 kommt schon 3..

    Viele Grüße
    Katarina und Loki

    1. afabuleux says: Antworten

      Liebe Katarina,

      Leni hat sich Anfangs damit auch sehr schwer getan bis wir herausgefunden haben, woran es tatsächlich lag. Vielleicht klappt es mit unserer Methode auch bei Loki. Halte uns hier gerne auf dem Laufenden. 🙂
      In der Auto-Aufzählung ist etwas schief gegangen. Ich habe das gerade korrigiert – es fehlt also nichts.
      Vielen lieben Dank für den Hinweis und deinen Kommentar. 🙂

      Wir wünschen Dir und deinem Süßen viel Spaß beim Üben.

      Viele liebe Grüße,

      Ann-Christin & Leni

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